Du bist, wass du isst
„Du bist, was Du isst“- so sagt der Volksmund. Im übertragenen Sinne gilt das auch für ‚geistige‘ Nahrung: das, was wir an Informationen aufnehmen, müssen wir auch ‚verdauen’. Auch hier findet der Volksmund klare Worte: wenn wir etwas hören, was uns erschüttert oder was wir als [für uns] negativ erachten sagen wir: «das muss ich jetzt erst einmal schlucken» oder «das muss ich jetzt erst mal verdauen».
Wenn wir Nahrung aufnehmen, kauen wir diese, bevor wir sie runter schlucken: dabei wird sie zerkleinert und mit Speichel versetzt, um so leichter in den Magen zu gelangen, um dort ‹weiterverarbeitet› zu werden: dabei die Nahrung durch die Magensäure zersetzt und quasi ‹in ihre Bestandteile› aufgelöst, wobei wertvolle Inhaltsstoffe dabei extrahiert & verwertet werden. Dies braucht Energie, schafft aber gleichzeitig durch die ‹Verwertung› der Inhaltsstoffe auch neue. Das für uns Essentielle, Wertvolle wird dabei aufgenommen- der unverdauliche, für uns nicht weiter nutzbare oder auch dessen für uns u.U. schädliche Bestandteile wandern anschliessend in den Darm, wo durch diesen auch noch weitere verwertbare Inhaltsstoffe ‹herausgefiltert› werden- der ‹Rest› wandert weiter durch den Darm, wo er schliesslich am Ende verdichtet und letztlich ‹ausgeschieden› wird. Sollten wir nur Unverdauliches oder Verdorbenes zu uns nehmen, reagiert unser Magen sofort und wird versuchen, diese für uns ‹schädliche› Nahrung schnell loszuwerden: der Körper reagiert sofort und signalisiert uns, dass es für uns ‹unbekömmlich› ist: uns wird übel, und wir müssen uns u.U. sogleich ‹übergeben›, sprich: wir müssen uns erbrechen, um diese ‹schädliche› Nahrung loszuwerden- oder aber, sie wandert unverdaut direkt durch den Darm, um dort auf schnellsten Wege aus dem Körper zu gelangen: wir bekommen ‹Durchfall›. Beides ist für uns nicht angenehm- aber so schützt uns unser Körper vor den schädlichen Einwirkungen durch die ‹schlechte› Nahrung.
Ein ähnlicher Prozess findet auch in der gedanklichen, ‹geistigen› Welt statt: wenn wir uns täglich die ‹schlechten› Nachrichten aus aller Welt zuführen oder nur auf ‹unsere› Probleme schauen, hat auch hier der Volksmund die richtigen Worte: wir müssen diese negativen Informationen erst einmal ‹schlucken›, und wir müssen sie ‚erst mal verdauen‘- anschliessend liegen sie uns ‹schwer im Magen›. Dies kostet uns viel [geistige] Energie und schwächt uns im Weiteren- insbesondere, wenn diese Informationen, die aufgenommene ‹geistige› Nahrung, für uns kaum essentielle, sprich: positiv verwertbare Inhalte hat und wir diese dennoch weiter ‹in uns tragen›, anstatt sich davon zu ‹entleeren›. Auch hier findet der Volksmund zwar klare, aber zugleich harte, derbe Worte, die dennoch gewissermassen zutreffend sind: sieht z.B. ein Freund, dass uns diese schlechten, in uns weiter negativ wirkenden Informationen arg belasten & wir darunter schier leiden, sagt er uns: «Was ist los, was hast du? Komm, kotz Dich aus: sag, was los ist»
[Impuls vom 11.09.2025]
