Ein wahrer Freund

Jemand, der mich so nimmt, wie ich bin: mit all meinen Eigenheiten, Ecken & Kanten: dies zeichnet einen guten Freund aus.
 
Solch einen Freund braucht man, nach ihm habe ich immer gesucht- aber leider an der falschen Stelle: ich habe ihn vergeblich bei meinen Mitmenschen zu finden gehofft- aber stets lief es darauf hinaus, dass ich, auch wenn es sich zeitweise gut angefühlt hat, doch am Ende enttäuscht wurde. So habe ich über die Jahre viele ‚gute’ Freunde kennengelernt, die sich aber -früher oder später- als ‚falsche’ Freunde dargestellt haben.


Dabei kann ich ihnen keinen Vorwurf machen: es liegt an und in der menschlichen Natur: jeder ist, auch, wenn er es selbst nicht so sieht und auch Anderes von sich denkt, schlussendlich ‹sich selbst der Nächste›.


Dabei kenne ich den wahren ‹guten Freund› bereits seit vielen Jahren: Jemanden, der sagt, dass er mein Freund ist- und dass er, egal, was immer ich auch tue, mich bedingungslos liebt- und stets auf meiner Seite und immer bei mir sein wird: alle Tage bis an der Welt Ende. Zudem will er bei unserem Vater ein gutes Wort für mich einlegen- auch und gerade, wenn andere zu ihm schlecht über mich reden.


JESUS, GOTTES SOHN selbst hat mir dieses Freundschaftsangebot gemacht- warum nehme ich dieses Freundschaftsangebot nicht vollumfänglich an?
Die lapidare Antwort lautet: weil auch ich Mensch bin, oft enttäuscht wurde und über die Jahre das Vertrauen in Andere gänzlich verloren habe- «ich kann mich nur auf mich selbst verlassen» ist zu meinem Credo geworden- aber selbst ich kann meinen hohen Erwartungen an mich selbst nicht genügen- und so bin ich inzwischen auch von mir selbst enttäuscht.

Ich möchte nicht einsam & verbittert werden- denn das zeichnet sich immer mehr ab. Damit dies nicht zum Fazit meines Lebens führt werde ich nun eine Entscheidung treffen: ich werde Vertrauen fassen und mich dem ‹wahren Freund› zuwenden, der von sich selbst sagt, dass er «
der Weg, die Wahrheit und das Leben» ist: JESUS. An all SEINEN Worten habe ich niemals gezweifelt- und doch habe ich gezögert und mich ihm nur halbherzig genähert: zu sehr war ich bestrebt, Lob & Anerkennung von meinen Mitmenschen zu erwarten.

 

Habe nun eine Entscheidung getroffen (eigentlich schon vor vielen Jahren- nur habe ich sie nicht konsequent umgesetzt): jetzt, hier & heute, werde ich anwenden, was ich schon lange weiss: dass ich meine Eitelkeit (denn nichts Anderes war es) beiseitelegen und wahrhaft demütig werden muss: denn schon lang habe ich die Gewissheit, dass ER mit weit geöffneten Armen auf mich wartet, um mich in SEINE Arme zu nehmen und mir die Geborgenheit zu geben, die ich so lang und schmerzlich vermisse: endlich vollständig angenommen zu sein. Somit: zurück zum Anfang...
 
Hier noch einige korrespondierende Bibelstellen:

«der Anfänger & Vollender des [meines] Glaubens» (Hebr 12,2)

«Ich bin bei dir alle Tage bis an der Welt Ende» (Mt 28,20)
«
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben» (Joh 14,6)
«
kommt zu mir, die ihr mühselig und beladen seid: ich will euch erquicken» (Mt 11,28)


[Impuls vom 29.06.2024]