Gedanken zu 'Aposteln' und 'Propheten'

Bei Facebook ist mir aufgefallen, dass sich viele Christen in ihren Profilen selbst als 'Apostel' oder 'Prophet' bezeichnen- darüber erlaube ich mir kein Urteil (denke mir aber meinen Teil...).
Allerdings fallen mir hier in jüngster Zeit besonders zwei 'Propheten' (die ich aber weder benennen noch weiter auf sie eingehen werde) besonders auf, die die Community polarisieren: entweder favorisiert man den einen und lehnt den anderen (und seine 'Anhänger') ab- oder umgekehrt- dies oft in regelrechten 'Schlammschlachten' in div. Chats.
 
Wie ist sowas möglich? 'Echte' Propheten verkünden doch GOTTES Wort: wie kann es da zu einer Spaltung kommen? Denn wenn sie es täten: müsste man dann doch nicht beiden gleichsam Gehör schenken und sie gleich ansehen? Was stimmt da nicht?
 
Nun, um es vorab klarzustellen: ich werde n i c h t auf diese Personen eingehen (obwohl ich einen von Ihnen sogar persönlich kenne) und auch keinerlei Stellung zu den von Ihnen (und ihren zahlreichen 'Anhängern') vertretenen Ansichten nehmen: ich beziehe mich einzig & allein auf GOTTES Wort- dies ist m e i n Massstab- und d a s kann ich selbst in der Bibel nachlesen.
 
Eben auch, was ER über 'Propheten' sagt, sprich: was in der Bibel über Propheten steht: da gibt es etliche Bibelstellen- und leider(?) eben auch Warnungen vor 'falschen Propheten', die ER nicht gesandt hat und denen ER nicht aufgetragen hat zu reden (und die es dennoch tun...).
 
Dabei ist mir eines aufgefallen: die 'wahren' Propheten der Bibel haben sich selbst zunächst nicht als solche gesehen und sich selbst auch nicht als solche bezeichnet- im Gegenteil: als sie der HERR berufen hat, haben sie beinahe allesamt erschrocken reagiert und zumeist gesagt: „HERR: das kann ich nicht- dieser Aufgabe bin ich nicht gewachsen“- und sie hatten Recht damit!
 
A b e r: GOTT hat s i e auserwählt, s i e berufen- und, vor Allem, für diesen Dienst gesalbt und befähigt. Und darin liegt das Wesen eines wahren Propheten: sie wurden durch IHN berufen und eingesetzt und waren SEIN Werkzeug, das ER führte- sie haben nicht aus sich heraus gesprochen und gehandelt; nicht ihren, sondern ausschliesslich SEINEN Willen (kund-)getan.
 
Und genau dieses zeichnete sie aus und hob sie hervor: sie waren bescheiden und von Herzen demütig und rühmten sich nicht ihrer Aufgabe, sondern übten sie ohne grossen Aufhebens gehorsam aus: weil sie genau wussten, dass sie ohne SEIN Zutun aus sich heraus nichts wirken konnten.
 
D a s machte ihre wahre Grösse aus: gewissermassen sind sie ihrer selbst gestorben, um durch & für IHN zu leben.
 
Genau hier passt ein Zitat aus meinem vorigen Impuls (ich habe lediglich 'das Problem' in 'die Aufgabe' abgeändert): 
Ich lese: „Demütigt Euch unter die mächtige Hand GOTTES“- dies kann in diesem Zusammenhang auch bedeuten: ich soll nicht einmal daran denken, dass ich die Aufgabe selbst aus eigener Kraft und eigenem Vermögen lösen könnte: es wird mir nicht gelingen. Dies dennoch anzunehmen wäre Hochmut- und davor warnt die Bibel eindringlich. Die Hochmütigen sind GOTT ein Gräuel: diese bringt ER zu Fall...
 
Was spielt es demnach für eine Rolle, wie lange jemand in (s)einem sogenannten 'Dienst' ist und (s)ein sogenanntes 'Amt' bereits ausübt? Was soll dies aussagen?Dies zu bemessen und zu bewerten ist zutiefst m e n s c h l i c h- oder, wie es in der Bibel heisst, f l e i s c h l i c h.
 
Stolz, Hochmut und Überheblichkeit passt so gar nicht zum wahren Wesen eines Propheten...
 
Wenn ich unter diesen Gesichtspunkten die zahlreichen (unnützen!) Diskussionen in zahlreichen Chats nochmals betrachte wird mir vieles klar-
und bestätigt mich umso mehr, mich auf dieses (unterschwellige) Niveau gar nicht erst herabzulassen, sprich: mich an diesen ebenso unnützen wie fruchtlosen (und teilweise unheilvollen!) Beiträgen gar nicht erst zu beteiligen.
 
„Es steht geschrieben...“: das kann ich selbst lesen!
Besonders auf eine der unten angeführten Bibelstellen möchte ich in diesem Zusammenhang näher eingehen, und zwar auf Hebr 1,1: „Nachdem Gott vor Zeiten manchmal und auf mancherlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die
Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn [od. 'als Sohn']- undJesus Christus, der Sohn, hat selbst gesagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben- niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
- darin liegt ein Schlüssel.
 
Bevor Jesus durch seinen Opfertod der Welt die Erlösung gebracht hat, waren die Menschen allesamt sündig und 'geistlich tot'- somit konnten sie selbst keine Verbindung zu GOTT, der Geist ist, herstellen- und somit auch SEINE Stimme nicht hören. Daher sprach GOTT zu den Menschen, indem er Ihnen Engel sandte, die SEINEN Willen verkündeten- oder ER berief Propheten, die in der Salbung SEIN Reden hören konnten und beauftragte diese, SEINE Worte weiterzugeben.
Jesus selbst war, wie wir lesen konnten, 'ohne Sünde', weil er nicht 'im Fleisch', sondern durch den Hl. Geist gezeugt wurde- als dieser bei seiner Taufe 'über ihn' kam (dargestellt durch eine weisse Taube, ein bibl. Symbol für den Hl. Geist), konnte dieser fortan direkt mit GOTT dem VATER in Verbindung treten- später bezeugte er dies, indem er sagte, dass er nicht aus sich heraus handeln und reden würde, sondern nur den Willen des Vaters tut.
 
Weiter steht geschrieben, dass, wer an den Sohn glaubt & IHN bekennt, von neuem geboren würde- dies ist eine g e i s t l i c h e Wiedergeburt, weshalb auch von 'wiedergeborenen Christen' gesprochen wird. Vor seinem notwendigen Opfertod, in dem er alle Sünden der Menschen auf sich lud und so den Weg zu GOTT für die Menschen bereitete und ebnete, sagte er noch, dass er den Hl. Geist als 'Tröster' und Ratgeber an seiner Statt senden würde, der 'in alle Wahrheit und Erkenntnis leitet'.
Somit ist jeder 'Christ', d.h. jeder, der Jesus Christus als Sohn und Herrn bekennt vermittels des Hl. Geistes in die Lage versetzt, mit dem Vater in direkte Verbindung zu treten- somit bedarf ein 'Christ' eines Propheten nicht mehr, um GOTTES Willen zu erfahren.
Deren Aufgabe besteht in der heutigen Zeit vielmehr darin, denen, die noch nicht von Jesus und seinem Erlösungswerk gehört haben und sich somit noch nicht entscheiden konnten, Zeugnis von IHM zu geben und GOTTES Willen, a l l e n Menschen zu ermöglichen, 'erlöst' und von der Sünde befreit zu werden, indem sie die 'frohe Botschaft', das Zeugnis & Wirken Jesu Christi, hören, IHN bekennen und IHM nachfolgen zu können.
 
Wenn dies die heutige Aufgabe eines wahren Propheten ist frage ich mich, warum viele sogenannte 'Propheten' dennoch meinen, dazu berufen zu sein, anderen Christen den Willen GOTTES mitteilen zu müssen. Ich jedenfalls brauche keinen Wasserträger, der mir einen Schöpflöffel mit vermeintlich 'lebendigem Wasser' reicht, weil ich direkt und selbst zu der Quelle gelangen und dort schöpfen kann.
 

Einige (wahllose) Bibelstellen zu 'Propheten':
5.Mo 13 & 18; Jer 5,31; Jer 6,13; Jer 14,14; Jer 23; Hes13,9; Hes22,25+28; Am 3,7; Mi 3,5+6+11; Mt 7,15; Mt 13,57; Mt 24,11+24; Mk 6,4; Mk 13,22: Luk 4,24; 1.Kor 12,28+29; Eph 2,20; Eph 4,11; Hebr 1,1; 2.Petr 2,1; 1.Joh 4,1
 
Es empfiehlt sich, stets das ganze Kapitel zu lesen, um die jeweiligen Bibelstellen im Kontext zu sehen (& zu verstehen).



[Impuls vom 09.01.2018]