Handeln aus eigener Kraft
Heute möchte ich einige Stellen aus dem Buch 'Jesaja' betrachten, die mir persönlich viel bedeuten, und zwar als erstes meine 'Lieblings'-Bibelstelle, Jes 40,29+31:
"Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. ...aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden."
Wenn wir 'aus eigener Kraft' handeln, sind unsere Möglichkeiten & Kräfte begrenzt. Oftmals ignorieren wir erste Anzeichen von Erschöpfung bei dem, was wir tun, weil wir uns und unsere Kräfte schlichtweg überschätzen. Bis wir schließlich 'nicht mehr können'.
Niemand würde eine längere Fahrt mit seinem Auto antreten und hoffen, dennoch am Ziel anzukommen, wenn bereits die Reservelampe leuchtet: hier weiß jeder, das man zunächst 'Kraftstoff tanken' muss- wenn aber unsere 'innere' Reservelampe bereits leuchtet, wir uns 'saft- & kraftlos' und erschöpft fühlen, ignorieren wir dies aber allzu oft und machen trotzdem weiter. Zu denken 'ach, dazu reicht meine Kraft noch: das schaff' ich noch' und sich ohne 'Auftanken' dennoch auf den Weg zu machen ist töricht: wir werden nicht am Ziel ankommen.
GOTT ist in den Schwachen mächtig- wenn ich mich nicht mehr auf meine eigene Stärke & Kraft verlasse, kann -und wird!- ER in & durch mich wirken- wenn ich ermattet bin, richtet ER mich wieder auf (Jes 40,29).
Harren auf den HERRN' ist ein geduldiges & vertrauensvolles bedingungsloses Warten auf SEIN Eingreifen & Wirken (egal, wie die 'Umstände' auch immer erscheinen- wir sind gewiss: ER w i r d kommen & eingreifen!)
'mit Flügeln wie Adler' bedeutet, dass es nicht aus 'eigener' Kraft geschieht: Adler nutzen die Aufwinde zum 'Aufsteigen', indem sie ihre mächtigen Flügel nur ausbreiten und sich -in kreisenden Aufwärtsbewegungen ohne Kraftanstrengung- von den Luftströmungen mühelos emportragen lassen: sie 'fahren auf', ohne dass sie mit den Flügeln schlagen müssen: daher werden sie nicht matt & ermüden nicht.
Wenn Gott in uns wirkt, benötigen wir keine 'eigene Kraft' zum Fortkommen: wir werden von IHM getragen... (Jes 40,31)
Eine weitere Stelle ist Jes 48,10:
"Siehe, ich habe dich geläutert, doch nicht wie Silber; ich habe dich geprüft im Schmelzofen des Elends."
Läuterung ist ein Reinigungs- & Veredlungsprozess (eben auch bei besagtem Silber). Das Silber wird im Ofen geschmolzen (aus seiner bisherigen 'festen' Form gelöst): Verunreinigungen steigen auf & können als Schlacke 'abgeschöpft' werden- dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis alle Verunreinigungen entfernt sind: so entsteht reines, edles, 'geläutertes' Silber.
Wenn GOTT einen Menschen nun nicht im 'Silberofen', sondern im 'Schmelzofen des Elends' läutert, entsteht nichts 'Äußeres', 'Glänzendes': die 'Veredelung findet 'im Inneren' des Menschen statt: so bekommt dieser nach & nach ein gereinigtes, demütiges Herz- frei von jeglichen 'Verunreinigungen' wie z.B. Hab- & Selbstsucht.
Diese 'Läuterung' des Herzens wünscht auch der Psalmist in Psalm 51,12:
"Schaffe [O: 'Erschaffe'; Das Wort erschaffe wird im Hebr. im Sinn einer Neuschöpfung und nur von Gott gebraucht; es steht auch in 1Mo 1,1] mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in meinem Innern einen festen Geist!" [Elberfelder CSV]
[Impuls vom 09.05.2014]
