Standhalten im geistlichen Kampf

In dem vielzitierten Versen über die Waffenrüstung Gottes (Epheser 6,11-18) wird oftmals auf die einzelnen Teile der Rüstung eingegangen, und wie diese zu gebrauchen sind- darüber wurde & wird viel gelehrt (auch ich habe schon darüber geschrieben).
 
In einem früheren Impuls habe ich erwähnt, dass wir Bibelstellen nicht aus ihrem Kontext heraus zitieren, sondern in diesem eingebettet betrachten sollen.
 
Somit will ich heute den Augenmerk auf etwas richten, dass in diesem Zusammenhang mit o.g. Bibelstelle leicht überlesen, respektive dem zu wenig Beachtung geschenkt wird: in Vers 11b lesen wir
„...damit ihr standhalten könnt...“



Auf dieses 'standhalten' will ich jetzt näher eingehen, denn es ist eine Zusammensetzung von 'Stand' im Sinne von 'stehen' und 'halten' im Sinne von 'Haltung bewahren'. Um 'standhalten' (sprich: den Stand behalten) zu können muss man einen 'festen Standpunkt' haben: indem man mit 'beiden Beinen' auf einem 'festen Boden' steht.
 
Betrachten wir dieses 'standhalten' einmal weiter bildlich:
Jemand, der mit 'beiden Beinen fest auf dem Boden steht' kann eher 'standhalten' , d.h. ist nicht so leicht 'ins Wanken zu bringen' oder gar umzuwerfen (zu erschüttern) wie Jemand, der

  • geht (weil er die Position [seinen Standpunkt] wechseln will),
  • rennt (um vor etwas zu flüchten- oder auch, um -unbeherrscht- dem Feind entgegenzustürmen),
  • hockt (um sich kauerend vor etwas zu verbergen) oder
  • sich ausstreckt (um auf Zehenspitzen stehend etwas 'Höheres' zu erreichen).

Stellen wir uns vor, jemand hat eine der obigen Haltungen eingenommen und erhält einen 'Stoß'- wer wird am ehesten 'standhalten', sprich: seinen Standpunkt beibehalten? Das Ergebnis dürfte klar sein: Wer nicht aufrecht mit beiden Beiden fest auf dem Boden steht hat keine gute Ausgangsposition um 'standzuhalten'.
 
Dieses 'Stehen', sprich der 'Stand' findet sich auch in Vers 13 wieder, in dem es „
widerstehen“ heisst (in der Elberfelder CSV-Übersetzung wird dies noch verdeutlicht- in Vers 13d heisst es: „.zu stehen vermöget.“. Betont & verdeutlicht wird dies nochmals in Vers 14, wo es heisst: „So stehet nun ['fest' i.e.Ü.]...“.
 
Dieses 'Widerstehen' finden wir auch in einer weiteren bedeutenden Bibelstelle, nämlich in Jakobus 4,7: „...Widersteh[e]t dem Teufel, so flieht er vor euch.“

Fazit: GOTT hat uns bestimmt, standzuhalten, nicht wegzulaufen, uns zu verbergen oder -aus eigener Kraft- unbesonnen auf den Feind loszustürmen- und auch die eingangs angesprochenen Bestandteile der Waffenrüstung unterstreichen dies: bis auf das in Vers 17 genannte „Schwert des Geistes, welches das Wort GOTTES ist“, das nicht nur zur Verteidigung, sondern auch 'zum Angriff gegen Lügen, Unwahrheit und Verleumdung' eingesetzt werden kann, sind alle anderen Rüstungsteile ausnahmslos 'defensiv', d.h. Sie dienen zur Verteidigung und sind nicht zum Angriff vorgesehen- warum? 
Weil GOTT der HERR für uns streitet-
unsere Aufgabe ist: standhalten...

[Impuls vom 27.10.2018]