Vergebung ist der Schlüssel
Wenn Du auf der 'Sonnenseite' des Lebens stehst, bist Du überall gern gesehen & willkommen. Viele sogen. 'Freunde' scharen sich um Dich, haben gern Gemeinschaft mit Dir.
Wie aber sieht es aus, wenn Deine Umstände alles andere als rosig erscheinen, Du Probleme hast: wer ist dann noch an Deiner Seite?
Die sogen. 'Freunde' haben mit einem Mal 'keine Zeit mehr', sind anderweitig beschäftigt und 'melden sich irgendwann' mal.
„Ich bin für Dich da, wenn Du mal Hilfe brauchst“, „Das stehen wir gemeinsam durch“- hohle Phrasen, leere Worthülsen. Wie oft habe ich dies gehört...
Die 'Realität' sieht indess ganz anders aus: Die sogen. 'Freunde' werden zu Deinen schärfsten Kritikern- mitunter spielen sie sich gar als Dein Richter auf und urteilen über Dich.
Die Folge ist: ich bin ent-täuscht (das ist das Positive daran: ich werde von einer Täuschung befreit)- und ich ziehe mich zurück.
Soweit, sogut: aber ist das SEIN Wille für mich?
IHM ist 'Gemeinschaft' überaus wichtig: ER hat uns nach SEINEM Bilde als ein Gegenüber erschaffen, damit ER Gemeinschaft mit uns haben kann.
Jeden Abend hat er Adam im Paradies besucht, um Gemeinschaft mit ihm zu haben- bis zum Sündenfall & der Vertreibung Adam & Eva's aus dem Paradies.
Und wie sieht es um mich aus, um meine 'Sündhaftigkeit'? Sünde bedeutet wörtlich 'Absonderung' und ist somit -auch dem Wort nach- nicht in GOTTES Plan enthalten, der Gemeinschaft beinhaltet.
Wie oft habe ich andere ent-täuscht? Wie oft habe ich etwas versprochen, was ich nicht halten konnte (& mitunter auch gar nicht wollte)?
Wie oft habe ich gelogen, sogar betrogen, um einen persönlichen Vorteil zu erlangen?
Wie oft habe ich Hilfe unterlassen, obwohl ich die Not des anderen sehen konnte & durchaus hätte helfen können?
Fakt ist: niemand ist 'perfekt': wir alle haben (& machen) Fehler- aber GOTT liebt uns so sehr, dass er uns all unsere Fehler vergibt.
Vergebung...
Doch was ist mit mir? Bin auch ich bereit, dem anderen seine Fehler nicht nur nicht anzurechnen, sondern sogar zu vergeben?
Oder bin ich wie der Knecht in der Bibel (nachzulesen Mt 18,24-35), der immense Schulden hatte und daher zur Rechenschaft gezogen werden sollte- da er aber nichts besass, sollten er, seine Frau und seine Kinder verkauft werden, um so die Schulden zu bezahlen. Als der Knecht vor dem Herrn auf die Knie fiel und um Gnade flehte, erbarmte sich dieser und erlies im all seine Schulden: Schulden, die so unvorstellbar hoch waren, dass er sie zeitlebens gar nicht hätte tilgen können, wurden ihm aus Gnade & Barmherzigkeit komplett erlassen!!!
Doch was macht dieser Knecht, nachdem er von der gewaltigen Schuldenlast befreit ist? Er geht hinaus und trifft jemanden, der nun ihm etwas schuldet- im Vergleich zu den Schulden, die ihm grad erlassen wurden, ist dessen Schuld bei ihm ein 'Nichts'- aber dennoch fordert er die sofortige Bezahlung. Als dieser nicht zahlen konnte, würgte er ihn gar und liess ihn ins Gefängnis werfen.
Zeugen gingen daraufhin betrübt zu seinem Herrn, der ihm grade die Schulden erlassen hatten und berichteten ihm betrübt von dessen Härte & Unerbittlichkeit.
Daraufhin liess der Herr den Knecht zu sich rufen, und voller Zorn überlies er ihn nun doch seinen Peinigern, bis seine Schuld vollends bezahlt sei.
Besondere Beachtung sollten wir dem Schlußsatz in Vers 35 schenken, in dem Jesus sagt: „So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergebt.“
Wenn wir nicht bereit sind zu vergeben, wie uns bereits selbst vergeben wurde durch das Opfer Jesu, der für dich und mich bereits all unsere Schuld am Kreuz mit seinem Leben bezahlt hat, werden wir dafür zur Rechenschaft gezogen werden.
Durch sein Opfer hat Jesus uns mit GOTT versöhnt, sodass, indem wir an Jesus als fleischgewordener Sohn Gottes, seinen Sühnetod & seine Auferstehung glauben und ihn als Herrn bekennen, er uns seinen Anspruch auf ewiges Leben mitüberlassen hat.
Allerdings können wir diesen Anspruch verwirken, wenn wir nun nicht auch unsererseits zur Bruderliebe & Vergebung bereit sind-
wenn wir nicht bereit sind, auch demjenigen zu vergeben, der uns Unrecht oder Leid zugefügt hat und statt dessen Groll & Ärger gegen diesen Menschen hegen, ihn gar hassen, können wir gar unseren Anspruch auf das ewige Leben verwirken.
In 3.Mose 19,17+18 lesen wir: „Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen. Du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld [Eig. Sünde (o. und sollst Sünde auf ihm nicht ertragen)] trägst. Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes nichts nachtragen, sondern sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
Paulus mahnt in Gal 5,13+14: „Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder; nur gebraucht nicht die Freiheit zu einem Anlass für das Fleisch, sondern durch die Liebe dient einander. 14 Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
Ebenso lesen wir in Jak 2,8+9:
„Wenn ihr wirklich das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, so tut ihr recht. Wenn ihr aber die Person anseht, so begeht ihr Sünde und werdet von dem Gesetz als Übertreter überführt.“
und in den Versen 13+14: „Denn das Gericht wird ohne Barmherzigkeit sein gegen den, der keine Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit rühmt sich gegen das Gericht [O. triumphiert über das Gericht]. Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber keine Werke? Kann etwa der Glaube ihn erretten?“
Und schließlich in Vers 22: „Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen.“
Auch Johannes findet dafür klare & harte Worte:
„Denn dies ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, dass wir einander lieben sollen; nicht wie Kain aus dem Bösen war und seinen Bruder ermordete; und weshalb ermordete er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht. Wundert [A.l. Und wundert] euch nicht, Brüder, wenn die Welt euch hasst. Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben; wer [den Bruder] nicht liebt, bleibt in dem Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben in sich bleibend [O. wohnend] hat. Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben [Eig. eingesetzt] hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben. Wer aber irgend irdischen Besitz [Eig. den Lebensunterhalt der Welt] hat und sieht seinen Bruder Mangel leiden und verschließt sein Herz [Eig. Eingeweide (d.h. Sein Inneres)] vor ihm, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm? Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten [mit Wort] noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.“ (1Joh 3,11-18)
Vergebung & Nächstenliebe ist alles andere als leicht- aber dennoch strebe ich danach (ausserdem steht nirgends in der Bibel, dass 'Nachfolge' leicht sei- im Gegenteil...)
[Impuls vom 14.10.2015]
