Wahre Worte und falsche Propheten
Ist es eine ‚gute‘ Predigt, in der alle Zuhörer gebannt den kunstvoll gewobenen Worten des Vortragenden lauschen und am Ende applaudieren- und anschliessend zu dem Vortragenden sagen: „Danke: Du hast so schön gepredigt“- oder ist es die, welche die Zuhörer sich auf ihren Stühlen winden lässt in der Hoffnung, die Worte würden bald enden: weil jedes der Worte sie 'trifft', tief in ihnen etwas anrührt…
Ich persönlich tendiere zu Letzterem...
Ein buddhistisches Sprichwort sagt: „Wahre Worte sind nicht schön – und schöne Worte sind nicht wahr'.
Ebenso ist es mit unseren Handlungen, wenn wir als Christen 'Nachfolge' ernsthaft & konsequent betreiben, 'wahrhaftig' (= uns haftet die Wahrheit an) sind: wir ecken an...
Leben & handeln wir nach dem 'Wort', sind 'aufrichtig und ehrlich', sind wir nicht 'mainstream'- schwimmen nicht m i t, sondern vielmehr g e g e n den Strom...
Dies hat auch schon Stanislaw Jerzy Lec, ein polnischer Lyriker & Schriftsteller in seinem Aphorismus „Wer an die Quelle gelangen will, muss gegen den Strom schwimmen“ überaus treffend zum Ausdruck gebracht.
"Sind wir 'nicht nur Hörer, sondern Täter des Wortes'" (Jak 1,22), sind wir 'anstössig' & 'unbequem'- wir passen nicht ins 'Schema', konfrontieren unser Gegenüber mit Wahrheit & Wahrhaftigkeit, schauen hinter Fassaden, stellen 'Comfort Zones' (die ach so behaglichen, oftmals selbst konstruierten 'Wohlfühlzonen') in Frage, rütteln wach...
Wir passen nicht ins 'Schema', daher werden wir argwöhnisch betrachtet.
JESUS wusste darum, als er uns als 'Jünger' (wörtl. 'Nachfolger') berufen hat- deshalb sagte er: “Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh 16,33)
Auch Johannes war sich dessen bewusst: „Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht von [O. aus] dem Vater, sondern ist von [O. aus] der Welt.“ (1Joh 2,15+16)
[Impuls vom 24.09.2015]
