Christ sein als Lebenseinstellung
Wie kann man gegen einen Feind kämpfen, den man nicht sehen kann: der im Verborgenen lauert, aus dem Hinterhalt vorstösst, angreift, verletzt- und wenn man sich umdreht, schon wieder verschwunden ist?
Gar nicht- nach menschlichem Ermessen & schon gar nicht aus eigener Kraft...
Genau das ist die Strategie unseres Widersachers: schwächen, zermürben, demoralisieren- um schlussendlich den 'Todesstoss' zu versetzen...
Die Bibel warnt: "Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann" (1.Petr 5,8; SCH2000)
Auf diesen Vers bin ich an anderer Stelle schon ausführlicher eingegangen: der jagende Löwe versucht ein Tier von der Herde zu trennen, weil es ohne den Schutz der Herde angreifbar wird- nun braucht er nur noch den Versuch des abgetrennten Tieres, in die Sicherheit bietende Herde zurückzukehren, unterbinden, indem er sich zwischen Tier & Herde positioniert- nun braucht er, während er sich selbst kaum bewegen muss, nur noch zu warten, bis dass Tier von den vergeblichen Versuchen, die Herde zu erreichen, so müde & geschwächt ist, dass er es ohne grosse Mühe & Kraftanstrengung reissen kann.
Ohne jetzt weiter auf diese Bibelstelle einzugehen: die sichere 'Herde' ist die 'Gemeinschaft der Gläubigen'- unsere Glaubensgeschwister: auf uns allein gestellt sind wir schutzloser als in Gemeinschaft...
Mir geht es heute vielmehr um die nachfolgende Bibelstelle:
"...denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen] ['Örtern' i.a.Ü.]." (Eph 6,12; SCH2000)
Diesem Feind, der nicht 'aus Fleisch und Blut' (& somit 'nicht von dieser Welt') ist, können wir mit 'weltlichen Mitteln' nicht begegnen- unsere Fähig- & Fertigkeiten sowie unsere weltlichen Waffen nützen rein gar nichts: es ist ein geistlicher Kampf: somit müssen wir dem Gegner auch geistlich gegenübertreten.
Dies sollten wir aber nicht 'aus eigener Kraft' versuchen oder gar tun: dann wären wir unterlegen. Aber auch hier hat GOTT bestens vorgesorgt: ER hat uns für diesen Fall eine 'Waffenrüstung' zur Verfügung gestellt.
Auch bei der vorangegangenen Bibelstelle ist es ratsam, das ganze Kapitel im Kontext (Zusammenhang) zu lesen, denn die zitierte Stelle ist eingebettet in die Beschreibung unserer 'geistlichen' Waffenrüstung:
"Im Übrigen, meine Brüder, seid stark [od. 'werdet stark / werdet gestärkt'] in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft [zum Zeugnis] für das Evangelium des Friedens. Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens
[Anm. d. Autors: d.h. einen Langschild, der die ganze Person schützte], mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist, indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist" (Eph 6,10-18a; SCH2000)
Bezeichnend ist, dass es sich bei der Waffenrüstung -abgesehen von dem 'Schwert des Geistes', dass auch zum Angriff dienen kann- ausnahmslos um Verteidigung & Schutz geht: die Rüstung schützt uns zunächst einmal, wenn wir selbst angegriffen werden.
Auf diesen 'geistlichen Kampf' & die 'Waffenrüstung' dazu bin ich auch bereits schon ausführlicher eingegangen: u.a. habe ich dieser Thematik auch ein eigenes Kapitel in meinem Buch 'Schlüssel zum Worte Gottes' gewidmet - dort gehe ich u.a. auf auf die 'Unterwäsche' ein, die unter der Rüstung getragen (& somit zuvor bereits angezogen) werden sollte.
An dieser Stelle möchte ich aber auch noch einen Augenmerk auf die vorangehenden Bibelverse 1-9 richten:
"Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn [od. 'treibt eure Kinder nicht zur Erbitterung'], sondern zieht sie auf in der Zucht [od. 'Unterweisung / Erziehung'; (gr. 'paideia'; der Begriff umfasst alle Elemente der Kindererziehung: Lehre und Unterweisung, Anleitung und Übung, Disziplin und Züchtigung] und Ermahnung des Herrn [d.h. so wie der Herr ermahnt und erzieht, wie es dem Herrn entspricht]. Ihr Knechte, gehorcht euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens, als dem Christus; nicht mit Augendienerei, um Menschen zu gefallen, sondern als Knechte des Christus, die den Willen Gottes von Herzen tun; dient mit gutem Willen dem Herrn und nicht den Menschen, da ihr wisst: Was ein jeder Gutes tun wird, das wird er von dem Herrn empfangen, er sei ein Sklave oder ein Freier. Und ihr Herren, tut dasselbe ihnen gegenüber und lasst das Drohen, da ihr wisst, dass auch euer eigener Herr im Himmel ist und dass es bei ihm kein Ansehen der Person gibt." (Eph 6, 1-9; SCH2000)
"Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist recht. »Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren«, das ist das erste Gebot mit einer Verheißung: »damit es dir gut geht und du lange lebst auf Erden«.[5Mo 5,16]
An den vorangegangenen Bibelversen wird eines sehr deutlich: 'Christ sein' ist keine 'Aktion', in die man eintritt & die man anschl. wieder verlässt, keine Aufgabe, die einen Anfang & ein Ende hat: 'Christ sein' bedeutet vielmehr eine Lebenseinstellung, die wir uns zu Eigen machen sollen.
[Impuls vom 15.01.2025]
