Freut Euch
„Freut euch im Herrn allezeit; [und] abermals sage ich: Freut euch!“ (Phil 4,4)
In dieser Bibelstelle werde ich gleich zweimal aufgefordert, mich zu freuen- es muss also eine grosse Bedeutung haben.
Aber wie kann ich mich freuen, wenn Sorgen, Ängste & Nöte mich niederdrücken und ich keine Lösung erblicken kann- und zudem in einer ‚gefallenen Welt‘ lebe?
Dies wusste auch Jesus- deshalb hat er Ermutigung & Trost ausgesprochen:
„Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ (Joh 16,33)
Dennoch fällt es schwer, sich ‚unter‘ diesen Umständen zu freuen.
Daher ist es notwendig, das Ganze von einer ‚höheren Warte‘ aus zu betrachten- indem ich nicht mehr auf die Umstände, sondern auf IHN schaue. Psalm 121 drückt dies treffend aus:
„Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten zu deiner rechten Hand, dass dich am Tag die Sonne nicht steche, noch der Mond bei Nacht. Der HERR behüte dich vor allem Übel [od. Der Herr wird dich vor allem Übel behüten…], er behüte deine Seele; der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“ (Ps 121)
Der Feind würde uns gerne entmutigen und schwächen- deshalb versucht er ständig, uns die Probleme ‚vor Augen‘ zu führen.
Wenn ich aber auf den HERRN schaue, sehe ich meine Probleme nicht mehr- sie sind zwar noch nicht gelöst, aber aus meinem Blickfeld verschwunden- quasi ‚unter mir‘.
Dass es Probleme geben wird, wusste auch Jesus- deshalb fordert er uns auf:
"Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken [od. zur Ruhe bringen]! Nehmt auf euch mein Joch [Das »Joch« war der Holzbalken, mit dem zwei Tiere vor einen Pflug oder Wagen gespannt wurden; es ist ein biblisches Bild für Dienst (vgl. Jer 2,20; Kla 3,27; 2Kor 6,14).] und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ (Mt 11,28-30)
Nachdem ich also meine Last bei IHM ablegen konnte sollte es mir leichter fallen, mich zu freuen- darum lese ich weiter die Bibelstellen, die zur Freude auffordern- hier ein (kleiner) Auszug:
„Darum sprach er zu ihnen: Geht hin, esst Fettes und trinkt Süßes und sendet Teile davon auch denen, die nichts für sich zubereitet haben; denn dieser Tag ist unserem Herrn heilig; darum seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN ist eure Stärke [Eig. Festung, o. Schutzwehr.]!“ (Neh 8,10)
„Dient dem HERRN mit Furcht und freut euch [frohlockt i.a.Ü.] mit Zittern." (Ps 2,11)
„ Freut euch an dem HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten [hebr. zaddik], und jubelt alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid!“ (Ps 32,11)
„Freut euch an dem HERRN, ihr Gerechten, und preist seinen heiligen Namen!“ (Ps 97,12)
„Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel*1; denn ebenso haben sie die Propheten*2 verfolgt, die vor euch gewesen sind.“ (Mt 5,12)
„Freut euch an jenem Tag und hüpft! Denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel*1. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten*2 gemacht.“ (Luk 6,23)
„Und ihr Kinder Zions, frohlockt und freut euch über den HERRN, euren Gott; denn er gibt euch den Frühregen*3 in rechtem Maß, und er lässt euch am ersten [Tag] Regengüsse*3 herabkommen, Frühregen*3 und Spätregen*3.“ (Joe 2,23)
Es gibt noch etliche weitere Bibelstellen- aber eines ist mir schon jetzt klar geworden: schaue ich ausschliesslich auf meine Probleme, freut sich der Widersacher: weil ich mich klein, schwach und hilflos fühle- so kann ich ihm nicht gefährlich werden.
Schaue ich statt dessen auf den HERRN, kann ER mich ermutigen, trösten- und übernatürlich eingreifen. Wenn das kein Grund zur Freude ist…
Fussnoten:
*1 Himmel
Nach den Aussagen des AT hat Gott mehrere Himmel geschaffen (1Mo 1,1), weshalb das Wort für »Himmel« im AT (schamajim) und großenteils auch im NT (ouranois) in der Mehrzahl steht (»die Himmel«); in der Schlachterbibel wurde das Wort, dem deutschen Sprachgebrauch seit Luther folgend, meist in der Einzahl wiedergegeben. Ausleger unterscheiden den Lufthimmel (Atmosphäre), den Sternenhimmel und den unsichtbaren Himmel als einen Aufenthaltsort Gottes (vgl. Mt 5,16) und der Engel (vgl. Mt 22,30). Für die Gläubigen ist dieser unsichtbare Himmel der Ort, wo ihr Herr und Erlöser verherrlicht thront (vgl. Apg 7,56; 1Pt 3,22), wo sie ihr Bürgerrecht und ihre eigentliche Heimat haben (vgl. Phil 3,20) und wo ihnen Gott eine ewige, wunderbare Wohnstätte bereitet hat (vgl. 2Kor 5,1; 1Pt 1,4). [aus Studienhilfen zur Schlachter 2000]
*2 Propheten
Gott erwählte sich schon in at. Zeit Propheten als seine geheiligten und bevollmächtigten Sprecher und Botschafter, die sein Wort und seinen Ratschluss den Menschen bekannt machten (vgl. Jer 1,5-10; 7,25). Diese Propheten waren vom Heiligen Geist geleitet und verkündeten göttliche Offenbarungen. Alle heiligen Schriften des AT wie des NT sind in diesem Sinn »prophetische Schriften« (Röm 16,26), die von heiligen Menschen Gottes so niedergeschrieben wurden, wie der Geist Gottes sie führte (vgl. 2Petr 1,19-21). [aus Studienhilfen zur Schlachter 2000]
*3 Regen
In Israel fällt während der Sommermonate von Mai bis September fast kein Regen. Die Regenzeit von Oktober bis März ist daher besonders wichtig für die Landwirtschaft; die Bauern sind sehr auf rechtzeitigen, ausreichenden und regelmäßigen Regen angewiesen. Dabei ist der »Frühregen« (von Oktober bis Dezember) wichtig, damit die Böden aufgeweicht und für das Pflügen und Säen vorbereitet werden. Die Regenzeit von Dezember bis Februar sichert das Wachstum der Saat, während der »Spätregen« von März bis April entscheidend für das volle Wachstum der Ähren und eine gute Ernte ist (5Mo 11,14; Jer 5,24; Joel 2,23). Gott allein ist es, der den Regen gibt oder vorenthält und damit Segen oder Züchtigung über sein Volk verhängt (Jer 14,22). [aus Studienhilfen zur Schlachter 2000]
[Impuls vom 25.01.2019]
