Unsere Worte - Segen oder Fluch

"Der Glaube kommt durch das Hören" (Röm 10,17)- diese Bibelstelle bezieht sich auf das Hören von GOTTES Wort- aber es gilt auch im Weltlichen: Glaube kommt auch dadurch zustande, dass man hört, was der Andere sagt und dieses als Wahrheit annimmt. Wenn ich mich also über einen anderen Menschen ärgere und einen Freund treffe, erzähle ich diesem, weil es mich belastet, was der andere gesagt oder getan hat, worüber ich mich geärgert habe. Da mein Freund mich kennt und mag und ‚normalerweise‘ auf meiner Seite ist, nimmt er Anteil, urteilt aus dem Gehörten über den Anderen und stimmt mir zu- es sei denn, es ist ein ‚gestandener Christ‘, ein Bruder oder eine Schwester, die, tief verwurzelt im Wort, ‚über die Umstände’ hinaus sehen und mich ‚zurechtweisen‘ kann (und wird)- aber dies ist oftmals nicht der Fall. Wenn nun der Freund von einer anderen Person über eben diese Person angesprochen wird, wird er dieses ‚Urteil‘ teilen im Sinne von „Weißt Du, was er getan hat? Er hat…“ Nun sind es schon drei Personen- und schnell werden es mehr…
So entstehen Gerüchte, die -im schlimmsten Falle- sogar bis zum sogenannten ‚Rufmord‘ führen können- und dies allein aufgrund meiner subjektiven, aus einer ‚Verletzung’ herrührenden Beschreibung dieser Person, die sich ‚wie ein Lauffeuer‘ verbreitet.
Diese Person bekommt dann die Reaktionen der Anderen (wie Ablehnung, Zurückweisung o.ä.) zu spüren, ohne überhaupt zu wissen, wieso die Anderen sich ‚auf einmal‘ anders ihr gegenüber verhalten.
 
Was lerne ich daraus? Wenn ich mich über eine Person, über das, was sie gesagt oder gemacht hat, ärgere, ist es meine Aufgabe, ja gewissermaßen meine Pflicht, dieses direkt mit dieser Person selbst zu klären, indem ich sie darauf anspreche. Oftmals sind es lediglich Missverständnisse: ich habe etwas geglaubt zu verstehen, was die andere Person gar nicht gemeint hat. Dies lässt sich in einem persönlichen Gespräch recht schnell klären: so entsteht Frieden und Harmonie: es gibt dann keine Verbitterung, Verletzung oder gar Groll mehr in mir, den ich mit meinen Freunden und Bekannten teilen müsste.
 
Auch über Jesus wurde untereinander viel geredet: subjektive Wahrnehmungen und Eindrücke wurden geteilt, Gerüchte sind entstanden: sein Ruf eilte ihm gewissermaßen voraus. Die, die ihn gar nicht persönlich kannten, lehnten ihn nur aufgrund des Gehörten ab.
Wer ihn dann aber persönlich kennengelernt hat, fand nichts von dem Gehörten in ihm: sie sahen, was er tat und hörten, was er sagte- ER war und ist GOTTES Sohn, und das bezeugte er: man sah SEINE HERRlichkeit- aber wie ergeht es der Person, über die ich mich negativ geäußert habe? Sie trifft auf Vorbehalte und Ablehnung und hat oftmals gar keine Chance, losgelöst von dem Gehörten wahrgenommen zu werden- denn nur selten kommen diese Sachen ‚zur Sprache‘…
 
Ich weiß nicht, wie vielen Menschen ich allein dadurch Schaden zugefügt habe, indem ich mich Anderen gegenüber negativ über sie geäußert habe, anstatt es direkt mit der betreffenden Person zu klären- ich weiß nur, dass ich über die Jahre dadurch sehr vielen Menschen Unrecht zugefügt habe, und ich bemühe mich nun, dies fortan nicht mehr zu tun. Und sollte eine persönliche Ansprache der Person dann doch nicht zu einer Klärung führen, gibt es nur eine Person, mit der ich im Weiteren darüber reden sollte: Jesus.


[Impuls vom 17.06.2025]